.st0{fill:#FFFFFF;}

Was muss ich als Autor beachten? 

 18. Februar 2021

Wenn Dein Romandebüt demnächst erscheint oder gerade erschienen ist, gibt es vier Bereiche, die Du als Autor beachten musst, wenn Du Geld mit dem Schreiben verdienen willst: Schreibtechnik, Veröffentlichen, Marketing und Bürokratie. In diesem Crash-Kurs zeige ich Dir alles, was Du wissen musst, um erfolgreich ins professionelle Schreiben einzusteigen.

More...

In diesem Beitrag lernst Du:

  • effizienter zu schreiben
  • Dein Manuskript für eine Veröffentlichung optimal vorzubereiten
  • für Dich passende Weiterbildungen, Software, Veröffentlichungs- und Marketing-Maßnahmen auszuwählen
  • Deine Autoren-Website DSGVO-konform einzurichten und gegen Angriffe und Ausfälle abzusichern
  • bürokratische Formalitäten für Autoren zu überwinden

Schreibtechnik

Regelmäßig schreiben

  • Dein Manuskript wächst
  • Schreiben wird zur Gewohnheit
  • Schreiben (anfangen und wieder reinkommen) fällt Dir leichter
  • Du verbesserst Deine Schreibfähigkeiten

Wenn Du jeden Tag in einer Stunde 500 Wörter schreibst, also nicht einmal zwei Seiten, dann hast Du in 100 Tagen, also nicht einmal dreieinhalb Monaten, den Entwurf für einen kompletten Roman mit 200 Seiten geschrieben.

Also: Tägliches Wortziel setzen und jeden Tag abhaken!

Schreiben geht immer

Schreiben heißt nicht nur, am eigentlichen Manuskript schreiben, sondern auch Ideen sammeln, Figuren skizzieren oder den Ablauf einer Szene notieren. Das geht immer und überall, ob mit Stift und Papier oder als Sprachaufnahme oder Notiz am Handy.

Nur 70 Wörter extra jeden Tag, also etwa zehn Sätze, machen in einer Woche fast 500 Wörter zusätzlich. So wächst Dein Manuskript jeden Monat um weitere acht Seiten.

Also: Jeden noch so kleinen Textfetzen schriftlich oder mündlich festhalten!

Schreibsituationen optimieren

Starten – Vor dem Schreiben

Plotten ist toll für Schreibanfänger, weil Du genau weißt, was wann in Deinem Roman passiert. Also leg Dir einen Plan an, der aus folgenden Elementen besteht:

  • Ausgangssituation
  • Konflikt
  • Krise
  • Auflösung

Zur Ausarbeitung gibt es viele Methoden, beispielsweise die Schneeflockenmethode, die folgendermaßen funktioniert:

  • Kern der Geschichte in einem Satz zusammenfassen
  • Geschichte in fünf Sätzen: die Ausgangssituation, die drei Katastrophen bzw. Wendungen und die Auflösung
  • Hauptfiguren grob vorstellen: Name, Motiv und Ziel, Handlungsgeschichte, Hauptkonflikt und Veränderung bzw. Entwicklung im Laufe der Geschichte
  • Geschichte in fünf Sätzen auf je einen Absatz erweitern und jeden Absatz außer dem letzten in einer Katastrophe enden lassen
  • Geschichte aus fünf Absätzen aus der Sicht der Hauptfiguren
  • Geschichte aus fünf Absätzen auf jeweils eine Seite erweitern
  • Figurendetails: Vergangenheit, soziales Umfeld, Charakter und konkretes Aussehen
  • Geschichte aus fünf Seiten in Szenen unterteilen (Kapitelplan): ein Satz pro Szene
  • Szenendetails: Handlung, Dialoge, wichtige Ereignisse – mindestens ein Konflikt pro Szene
  • Entwurf schreiben

Also: Arbeitskonzept erstellen!

Wiederaufnehmen – Zwischen einzelnen Schreibphasen

  • Hör mitten in einer Szene auf, anstatt sie bis zum Ende fertigzuschreiben!
  • Schreib die Szene, die Dir gerade einfällt, anstatt chronologisch zu schreiben. Einsortieren kannst Du sie später noch.

Vorwärtskommen – Während des Schreibens

  • Mit einem Romanplan (Arbeitskonzept) musst Du nicht ständig überlegen, wie es im nächsten Kapitel weitergeht.
  • Schalte Deinen inneren Kritiker ab! Erst der Entwurf, dann die Überarbeitung.

Abschließen – Nach dem Schreiben

Lass Deinen Entwurf mindestens eine Woche, besser einen Monat liegen, und setz Dich erst dann mit einem frischen Blick an die Überarbeitung. Wichtig:

  • Manuskript mit breitem Rand für Korrekturen und Notizen ausdrucken
  • Immer nur einen Aspekt (Plotlöcher, Textfluss, Figuren, Dialoge, etc.) pro Überarbeitung
  • Rechtschreibung, Grammatik und Stil erst ganz zum Schluss
  • Kürzen (Adjektive, Füllwörter, Adverbien, nutzlose Szenen, etc.) ist erlaubt und erwünscht!

Also: Entwurf schreiben und überarbeiten!

Besser schreiben: Weiterbildung für Autoren

Selbstlernen

  • Schreibratgeber, gedruckt oder als E-Book
  • Websites
  • Podcasts
  • YouTube-Kanäle
  • Online-Kurse

Vorteile

  • Flexibilität: jederzeit, an jedem Ort, im eigenen Tempo
  • Breite Themenspanne
  • Kostengünstig
  • kein großer finanzieller Verlust, wenn das Material nicht gefällt oder nicht genutzt wird

Nachteile

  • Fehlende Rückmeldung
  • Erfordert Selbstdisziplin

Geeignet für Autoren, die eins der folgenden Ziele haben:

  • einen ersten Überblick über die Schreiblandschaft erhalten
  • ausloten, was es gibt, was einem gefällt und sich gut in den Alltag integrieren lässt
  • kostenlos oder mit geringem finanziellem Einsatz ins professionelle Schreiben starten
  • Antworten auf spezifische Schreibfragen finden

Lernen mit Anleitung bzw. Rückmeldung

  • VHS-Schreibkurse
  • spezialisierte Gruppen-Workshops (Messen, Schreibkurse bei Autoren)
  • 1-zu-1-Schreibkurse bei Autoren
  • (Schnupper-)Lektorate

Vorteile

  • Struktur: vorgegebener Plan, festes Ziel
  • Praxisrelevanz und Resultate
  • Fokus
  • Sozialer Aspekt

Nachteile

  • Je individueller, umso kostspieliger
  • Leistungsdruck

Geeignet für Autoren, die eins der folgenden Ziele haben:

  • Schreibfertigkeiten gezielt verbessern
  • schnell ein Projekt vorwärtsbringen
  • qualifizierte Rückmeldung zu eigenen Texten von Schreibprofis erhalten

Also: Geeignetes Material auswählen und besser schreiben lernen!

Vernetzung

Schreiben ist eine einsame Tätigkeit, also triff andere Autoren in Schreibgruppen vor Ort, Online-Autorenforen (siehe Beitrag zu den Top-10-Autorenforen, Messen und Autorentreffs oder vielleicht sogar auf einer Autorenreise. Außerdem gibt es natürlich auch in den Sozialen Medien noch jede Menge Vernetzungsmöglichkeiten für Autoren in den entsprechenden Gruppen.

Effizienter schreiben: Tools und Software

Schreibprogramme

Natürlich kann man seinen Roman in Word verfassen, aber Kapitel, Szenen, Handlungsstränge, Figuren und Recherchematerial verwaltet man handlicher in speziellen Schreibprogrammen wie Scrivener und Papyrus Autor.

Was ist besser? Da hilft nur, im Internet nach „Schreibprogramm“, „Schreibsoftware“ oder „Software für Autoren“ zu suchen und zu testen. Mein persönlicher Favorit ist Scrivener, aber besonders deutsche Autoren schwören auf Papyrus Autor.

Lexika, Nachschlagewerke und Recherche

Rechtschreibung, Synonyme oder Wortherkunft kann man beispielsweise auf Duden Online (duden.de) oder dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (dwds.de) nachschlagen. Beim Recherchieren kann das Internet Archive (archive.org) helfen, wo Du alles findest, was es jemals an Webseiten, Texten, Filmen, Audio, Software oder Bildern im Internet gegeben hat. Auch alte Bücher gibt es dort in digitalen Versionen mit einer hervorragenden internen Suche im Buch. 

Eine detaillierte Liste mit Online-Tools speziell zu Rechtschreibung, Grammatik und Lesbarkeitsanalyse sowie verschiedenste Online-Helfer für Autoren hat Autor-Blogger Sven Lennartz zusammengestellt auf conterest.de/rechtschreibung-online bzw. conterest.de/autoren-hilfe-tools.

Veröffentlichen

Bevor Du Deinen Text an Agenturen, Verlage oder Self-Publishing-Plattformen schickst, lass Testleser über Dein Manuskript (ausgedruckt oder als Datei mit Kommentarfunktion) drüberlesen. Wichtig:

  • mehr als einen
  • eine ungerade Zahl, um Gleichstände zu verhindern
  • nicht zu viele (drei bis fünf)
  • idealerweise schreib-, lese- oder lektoratserfahren
  • wenn möglich, aus der Zielgruppe Deines Romans
  • nicht alles blind akzeptieren, zurückweisen oder persönlich nehmen

Wo findest Du Testleser?

  •  Messen
  • Schreibkurse
  • Schreibgruppen
  • Autorenforen
  • Social Media

Wie honorierst Du Testleser?

  • Eintrag in der Danksagung Deines Romans
  • Belegexemplar des veröffentlichten Buches (E-Book oder gedruckt), gegebenenfalls mit Widmung, Lesezeichen oder Ähnlichem
  • selbst als Testleser für deren Romane anbieten

Also: Testleser suchen und mit Deinem Manuskript füttern!

Notwendige Kurztexte zum Roman

Exposé

Ein Exposé ist die Zusammenfassung Deines Romans auf ein bis drei, maximal fünf Seiten. Dazu gehören:

  • Allgemeine Fakten: Name, Adresse und Kontaktdaten (E-Mail-Adresse), Arbeitstitel, Zeichenanzahl mit Leerzeichen sowie Genre
  • Zusammenfassung der Handlung: grobe Struktur mit Anfang, Wendepunkten, Konflikten, Auflösung  und Ende des Romans
  • Kurzcharakterisierung von Protagonist, Antagonist und bis zu zwei, für die Handlung essentiellen Nebenfiguren

Pitch

Der Pitch ist Dein Roman in so wenig Sätzen wie möglich, idealerweise einem einzigen Satz.

So schreibst Du einen Pitch:

  • Stichpunkte machen zu den beiden Hauptfiguren, deren Zielen und dem Thema bzw. der Prämisse – der Moral von der Geschichte – Deines Romans
  • diese Punkte in zwei Sätzen, besser noch einem einzigen Satz zusammenfassen

Der Pitch für meinen Roman Der Krieger des Königs lautet: „Als Sohn eines angelsächsischen Adligen hat er alles. Als Krieger des Königs setzt er alles aufs Spiel.“ Das sind etwa 500 Normseiten in zwei kurzen Sätzen zusammengefasst. Geht doch, oder?

Klappentext

Beim Klappentext muss jeder Satz sitzen. Verrate nur so viel über die Hauptfigur und die Krise, in die sie gerät, dass der Leser neugierig wird, wie die Figur sich aus dem Schlamassel befreit.

Kürze Dein Exposé auf etwa 200 bis 500 Zeichen, natürlich mit offenem Ende, und/oder hol Dir Anregungen für Klappentexte auf Büchern, die Du gekauft hast. 

Also: Ran an die kurzen Texte!

Verlag oder Self-Publishing?

Verlag

Vorteile

  • kümmert sich um und bezahlt Lektorat, Korrektorat, Buchcover, Buchsatz und, zumindest zu einem gewissen Grad, Marketing
  • verhandelt andere Veröffentlichungsformen sowie ausländische Lizenzen
  • Verlagsbücher werden bei Autorenforen, Schreibwettbewerben, Autorenvereinigungen, Literaturstipendien und Ähnlichem problemlos als Veröffentlichung akzeptiert
  • Autor erhält, außer bei Kleinverlagen, einen nicht zurückzuzahlenden Vorschuss

Nachteile

  • lange Zeitspanne, oft ein Jahr oder länger, von Manuskripteinsendung bis zur Veröffentlichung, abhängig von Verlagsgröße, Verlagsprogramm und Dauer der einzelnen Korrekturschleifen im Verlag
  • Erfolgschancen ungefragt eingesandter Manuskripte gehen gleich Null
  • Einstieg gerade bei großen Verlagen meist nur über eine Literaturagentur möglich; auch hier kann es Monate bis zur Annahme dauern
  • kein oder geringes Mitspracherecht bei Buchtitel, Cover und Verkaufstexten
  • Buchvermarktung bleibt selbst bei größeren Verlagen meist Sache des Autors

Self-Publishing

Vorteile

  • keine umständliche, langwierige, frustrierende und womöglich erfolglose Suche nach einem Verlag oder einer Agentur
  • keine Abhängigkeit von Vorgaben für Genre, Thema, Inhalte, Programmplanung, um seinen Text zu veröffentlichen
  • Veröffentlichungsprozess vom fertigen Manuskript zum käuflichen Buch extrem schnell
  • Entscheidung über Buchtitel, Cover und Texte liegt allein beim Autor
  • Möglichkeit, direkt bei Verkaufsplattformen wie Amazon, Tolino oder Apple Books einzustellen und dadurch höhere Gewinne zu erzielen

Nachteile

  • Autor muss Kosten im unteren vierstelligen Bereich, vor allem für Lektorat und Cover, vorschießen
  • Verantwortung, Kosten und Planung fürs Marketing trägt allein der Autor
  • Sämtliche Verlagsaufgaben muss der Autor selbst übernehmen, darunter auch Buchsatz und Layout.
  • gilt noch immer nicht überall als anerkannte Veröffentlichung, die für den Zugang zu Ausschreibungen oder Literaturverbänden benötigt wird
  • erfordert gegebenenfalls einen Gewerbeschein
  • Einstellung und Verteilung über einen Distributor schmälert den Gewinn und erlaubt weniger Kontrolle über Umwandlung, Verteilung oder Kategorisierung des eigenen Textes

Also: Was sagt Dir mehr zu? Keine Sorge, Du kannst jederzeit wechseln oder auch zweigleisig (so genannte Hybrid-Autoren) fahren.

Marketing

Buch-Marketing

Wo kannst Du Dein Buch bekanntmachen?

  • Eigene Website sowie Newsletter/E-Mail-Marketing
  • Social Media: Wähle das Netzwerk, auf dem sich auch Deine Zielgruppe aufhält. Snapchat und TikTok für Teenager/junge Erwachsene, Facebook eher für Über-30-Jährige.
  • Autorenforen: Aktive Foren habe ich im Artikel Autorenforen zusammengestellt.
  • Leseplattformen: goodreads.com (englisch), lovelybooks.de und whatchareadin.de
  • lokale Medien
  • Buchhandel vor Ort
  • Bildungs- und Kulturstätten wie Schulen oder Bibliotheken
  • besondere Orte, wie Schlösser oder Museen
  • (kleinere) Messen, Autorentreffs und Literaturveranstaltungen

Also: Such Dir die für Deine Leserschaft passenden Medien und Orte aus!

Wie kannst Du Dein Buch bekanntmachen?

Vor der Veröffentlichung
  • Buchankündigung
  • Cover-Vorstellung
  • Pressemitteilung mit Autoren- und Cover-Bild für die lokale Presse
  • Autoreninterview für lokale Radio- und TV-Sender
  • Rezensionsexemplare und Gewinnspiel
Nach der Veröffentlichung
  • Journalisten und Bloggern Rezensionsexemplare anbieten – Achtung: schon im Vorfeld Kontakt aufbauen, anstatt einfach ein Buch zuzuschicken
  • Leseproben als Text, Hördatei oder Video
  • Leserunden
  • Gewinnspiel/Verlosung
  • Verschenkaktion/Preisaktion
  • Lesungen
  • Verteileraktionen vor Ort (Visitenkarten, Postkarten, Flyer, etc.)
  • Gastbeiträge
  • Zusatzmaterial (Videos über die Entstehung des Buches, Audioschnipsel mit Anekdoten beim Schreiben und Recherchieren, Sammlung gelöschter Szenen, etc.)
  • Andere Ausgaben als nur ein E-Book: Taschenbuch, Hardcover, Hörbuch, Lizenzen, Film und Fernsehen
  • Bezahlte Werbung lohnt sich meist erst, wenn Du schon ein paar Bücher veröffentlicht hast

Also: Vorschläge aussuchen, Marketing-Fahrplan aufstellen und loslegen!

Autoren-Website

Typische Elemente einer Autorenseite beinhalten:

  • Startseite: Aktuelles, insbesondere der neueste Roman, Genre
  • Über mich
  • Buchcover und Informationen zu Ihrem Buch – Titel, Pitch bzw. Klappentext und Kauf-Link(s)
  • Leseproben
  • Impressum und Datenschutzerklärung
  • Möglichkeit, einen Newsletter zu abonnieren
  • optional bzw. sobald vorhanden: Blog; Terminübersicht mit Lesungen, Messeauftritten oder ähnlichem; Auszüge aus Rezensionen und Leserkommentaren

Website absichern

Wenn Du Deine WordPress-Website erstellst – dazu gibt es im Internet viele Anleitungen in Text- oder Videoformat –, denk unbedingt auch an die Absicherung Deiner Website, bevor Du mit dem Erstellen von Inhalten beginnst. Das beinhaltet folgende vier Schritte:

1. WordPress-eigene Optionen, insbesondere die Login-Details
  • Standardadministrator namens Admin umbenennen (Neuen Benutzer mit Adminrechten hinzufügen, als dieser einloggen und den alten Standardadmin löschen – etwaige Daten auf den neuen Admin übertragen)
  • Nutze für den Admin, aber auch andere Nutzer, unterschiedliche Namen bei Spitzname und Öffentlicher Name
  • Wähle ein ausreichend starkes, langes und kompliziertes Passwort (mindestens 20 Zeichen lang, Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen, Sonderzeichen)
2. Zugriffskontrolle durch ein Plugin

Suche auf der offiziellen WordPress-Seite de.wordpress.org unter dem Menüpunkt Plugins nach „Security“ (die meisten Plugins haben englische Namen) und wähle Dir aus der Liste eins der gängigen Plugins aus, etwa All-in-One WP Security & Firewall oder Limit Login Attempts.

3. Backup

Lege regelmäßig und wenn möglich automatisch eine Sicherheitskopie Deiner Website an, entweder in der Verwaltungsoberfläche Deines Webhosters (Backup von Datenbank und Home-Verzeichnis) oder über ein Backup-Plugin (Teil Deines Sicherheits-Plugins oder eigenständiges Backup-Tool wie UpdraftPlus WordPress Backup Plugin oder All-in-One WP Migration).

4. Auf dem neuesten Stand bleiben

Aktualisiere WordPress, Themes und Plugins regelmäßig! Beim Einloggen ins Backend bekommst Du automatisch angezeigt, wenn neue Versionen verfügbar sind.

Inhaltsformate und DSGVO-Vorschriften

Nach den obigen Sicherheitseinstellungen solltest Du das Grundgerüst Deiner Website anlegen, das die folgenden Elemente beinhalten muss:

  • Menüstruktur der Website sowie zu den Menüeinträgen gehörige Seiten (siehe oben: Typische Elemente einer Autorenseite)
  • Impressum
  • Datenschutzseite (aktualisieren, wenn neue Funktionen, Plugins, Analyse-Software etc. genutzt werden)
  • Cookie-Einwilligung (aktualisieren, wenn neue Funktionen, Plugins, Analyse-Software etc. genutzt werden, die Cookies setzen)
  • Systematik für Medienbenennung (passende Titel, Beschriftungen und Alternativtexte wählen; Lizenz- und Nutzungsrechte bei Fotos, Audio und Video achten!)
  • AGB (wenn Du etwas über Deine Seite verkaufen willst; vom Anwalt individuell erstellen lassen)

DSGVO-kompatible Generatoren für Impressum und Datenschutzerklärung gibt es beispielsweise auf datenschutz-generator.de  oder e-recht24.de.

Kostenlose und kostenpflichtige Cookie-Plugins, wie etwa Borlabs Cookie, findest Du auf wordpress.org unter Plugins, Suchwort „Cookies“, oder allgemein im Internet über „Cookies WordPress plugin“.

DSGVO-Check Deiner Website

Prinzipiell gilt: so wenig Daten wie möglich und so viele Daten wie nötig von den Besuchern Deiner Website sammeln, um die Funktion und den Nutzen der Website zu gewährleisten. Deine Datenschutzerklärung muss detailliert auflisten, welche Daten Du zu welchem Zweck sammelst, wie die Daten geschützt werden und wer die Daten (in Deinem Namen) verarbeitet, also etwa Dein Newsletter-Anbieter, Dein Webhoster oder Google bei der Verwendung von Google Analytics.

Schließe mit allen betroffenen Unternehmen einen Auftragsverarbeitungsvertrag, kurz AV-Vertrag, (englisch DPA – Data-Processing Agreement), ab und trage die Angaben zu Art, Nutzung und Schutz der Daten in das so genannte Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten ein.

Newsletter und E-Mail-Marketing

Zum Einrichten eines Newsletters benötigst Du zwei Dinge: 1. einen Newsletter-Anbieter und 2. ein Einwilligungs (Opt-in)-Formular.

1. Einen Newsletter-Anbieter auswählen

Egal, wen Du Dir aus Mailchimp, Cleverreach, SendinBlue, MailerLite und Konsorten aussuchst, achte unbedingt darauf, dass Dein Anbieter DSGVO-kompatibel ist, d. h.:

  • Datenschutz gemäß der gesetzlichen Vorgaben Deutschlands
  • Double-Opt-In
  • Nachweis der Einverständniserklärung des Abonnenten
  • Abschluss eines AV-Vertrags
  • Eintrag in Deiner Datenschutzerklärung
2. Ein Einwilligungsformular erstellen

Ein Opt-in-Formular, durch das ein Besucher Deinen Newsletter abonnieren kann, entwirfst Du entweder in der Verwaltungsoberfläche Deines Newsletter-Tools, durch ein WordPress-Plugin des Anbieters im Backend Deiner Website oder über spezialisierte – kostenpflichtige – Software zum Aufbau einer E-Mail-Liste.

Wichtig beim Erstellen des Formulars ist, dass Du nur notwendige Daten (E-Mail-Adresse) als Pflichtfeld abfragst und darauf hinweist, welche Inhalte, Frequenz und Newsletter-Technik (Anbieter, Abmeldemöglichkeit, Auswertung, Datenschutz) den Abonnenten erwartet (Link zur Datenschutzerklärung nicht vergessen!). 

Als Anreiz für ein Newsletter-Abonnement kannst Du ein kostenloses Produkt, etwa eine Checkliste, ein kurzes E-Book oder einen E-Mail-Kurs, als Bonus für Abonnenten anbieten.

Also: Struktur, Inhalte und Absicherung planen, DSGVO-Check machen und loslegen mit Deiner Website!

Bürokratie

Spätestens wenn die ersten Einnahmen durch Buchverkäufe fließen, musst Du über den offiziellen, formalen Rahmen Deines Schreibens nachdenken, und zwar in den folgenden Bereichen:

  • Einkommen versteuern: Anlage S für freiberufliche Einkünfte, ggf. Anlage G für gewerbliche Einkünfte, etwa bei Einkommen aus Affiliate Links
  • Meldung als Freiberufler: Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen und ans Finanzamt schicken
  • gegebenenfalls Gewerbeanmeldung ((Finanzamt fragen): persönlich beim zuständigen Gewerbeamt, Bürgerbüro oder Landratsamt, eventuell online 
  • Überlegungen zur Umsatzsteuer: Kleinunternehmer oder nicht?
  • Überprüfen der Krankenversicherung (Krankenkasse fragen)
  • Für Self-Publisher ohne Distributor: Titelmeldung beim VLB und Pflichtexemplare an die Deutsche Nationalbibliothek und Deine zuständige Landesbibliothek schicken
  • Für Self-Publisher: Meldung an die Künstlersozialkasse (KSK) von Honoraren, die Du an freiberufliche Dienstleister, etwa für Coverdesigner oder Lektorat, gezahlt hast
  • Wahrnehmungsvertrag und Titelanzeige: Vertrag mit der VG Wort abschließen, im Online-Meldeportal tom.vgwort.de registrieren und unter Bibliothekstantieme – Titelanzeige Dein Buch melden

Also: Alle Verwaltungshürden nehmen und ab jetzt Belege über Einnahmen und Ausgaben sammeln! Du bist jetzt offiziell Autor!

Hol Dir den kompletten Ratgeber

Mehr Details, Tipps, Empfehlungen, Links und Checklisten bekommst Du in meinem Autorenratgeber Autor werden in vier Schritten.

3d-Mockups von „Autor werden in vier Schritten“

Dir hat der Beitrag gefallen? Dann teile ihn mit Deinen Autorenkollegen!


Dr. Birgit Constant


Birgit Constant ist promovierte Mediävistin, hat elf Sprachen gelernt und besitzt ein Übersetzerdiplom sowie Zertifikate in den Bereichen IT und Nachrichtenjournalismus. Sie schreibt historische Romane für Leser, die geschichtlich und sprachlich ins Mittelalter eintauchen wollen und hat einen Ratgeber für Nachwuchsautoren veröffentlicht, die mit deutscher Bürokratie und Buchmarketing kämpfen.

Ähnliche Beiträge

{"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}

Dem tinctaculum die Hand reichen und die Autorenkarriere vorwärtsbringen mit praktischen Ratschlägen

Ungefähr einmal pro Monat bekommst Du Einblicke in den Autorenalltag, Tipps zum Veröffentlichen und Vermarkten von Büchern, Informationen zu meinen eigenen Büchern und Projekten sowie exklusive Angebote.

Analyse, Datenschutz und Widerruf gemäß der Datenschutzerklärung auf dieser Website.

>